Michel Vanden Eeckhoudt
Bittersweet

Vernissage am 3. April 2019 um 19:00 Uhr
Ausstellung vom 4. April - 5. Mai 2019
Öffnungszeiten: donnerstags - sonntags 12:00 - 18:00 Uhr

Der belgische Fotograf Michel Vanden Eeckhoudt war ein Streethunter. Sein Jagdgebiet, wenn man es so bezeichnen will, war die Straße und manchmal, wie in Zoos, auch der halböffentliche Raum. Im Jahre 2015 ist der Fotograf, der sich weltweit einen großen Namen gemacht hatte, nach langer schwerer Krankheit gestorben. Jetzt zeigt die GAF eine Retrospektive seines Schaffens.

Auf seinen Streifzügen mit der Leica durch die Straßen der Welt hat er immer wieder Tiere fotografiert. Niedlich sind diese Bilder nicht. Humor haben sie, aber dann stellt sich im Nachklang jedoch häufig eine zweifelnde Bitterkeit ein. »Bittersweet», Titel dieser Ausstellung und auch seines Fotobandes beim Kehrer Verlag, trifft den Charakter seiner Arbeit ins Schwarze. Es sind mysteriöse Bilder, fast schon surreal. Vieles in ihnen versteht man erst auf den zweiten Blick. Dann aber trifft es die Seele. So wie das Porträt des Affen Ouakari. Sein glatzköpfiger und unbehaarter Kopf sieht irgendwie verbeult aus und gleicht einem Monster aus einem Alptraum, dabei aber irgendwie anrührend. Seine feingliedrigen menschlichen Hände drücken an die Glaswand seines Gefängnisses. Die langen Haare seines Fells umwabern ihn wie ein Pelzmantel. »Dieser charmante Prinz, der in einer abstoßenden Erscheinung eingesperrt ist«, so schrieb ein Kritiker, »fleht uns mit ausgestreckten Armen an, von seinem Bann befreit zu werden.«
 
Die Gefangenschaft von Tieren ist eines von  Vanden Eeckhoudts großen Themen, seit seinem ersten Zoobesuch als Jugendlicher. Und so hat er – inzwischen Fotograf –  neben der Welt der französischen Vorstädte und der Arbeiterklasse, sich in seiner Arbeit auch immer wieder der Tierwelt gewidmet. Daran interessierte ihn besonders das Verhältnis von Tieren zu Menschen und die Lebensumstände von Wildtieren in Zoos. Seine verstörenden Fotos von ihnen sind niemals reißerisch, aber stets pointiert. Die Tiere sind lediglich die Platzhalter für uns Menschen. Anhand  von ihnen beschreibt er seine Sicht auf die Welt.
 

Mehr Informationen findet ihr hier:

www.gafeisfabrik.de



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